Frauen in Ingenieur-Berufen - gesucht und respektiert?
Montag, 02. August 2010 um 10:00
Ingenieur-Berufe sind das bis heute am stärksten männlich geprägte Berufsfeld. Rütter + Partner untersucht in einem Projekt des Nationalen Forschungsprogramms 60 "Gleichstellung der Geschlechter" den Einfluss von Unternehmenskulturen in der Schweizer Wirtschaft auf Berufseinstieg und Karrieren von Ingenieurinnen und Ingenieuren.
Kontext/Hintergrund des Projekts
Geschlechterunterschiede im männlichen „Territorium“ Technik sind ein globales Problem - allerdings gehört die Schweiz zu den Ländern, in denen der Anteil weiblicher Ingenieure schon im Studium unter dem EU-Durchschnitt liegt. In Unternehmen sind Ingenieurinnen nach wie vor unterrepräsentiert. Ausländische Studien zeigen, dass der Berufseinstieg für sie schwieriger ist und dass sich ihre Karrieren langsamer und weniger weitreichend entwickeln als die ihrer männlichen Kollegen.
Ziele und Methoden
Das Projekt "TransformING" untersucht den Einfluss von Unternehmenskulturen in der Schweizer Wirtschaft auf die Karrieren von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich formelle und informelle betriebliche Praktiken bei der Rekrutierung und bei der (Be-)Förderung von IngenieurInnen fördernd oder hemmend für Frauen und Männer auswirken. Das Projekt zeigt, wie die Geschlechterordnung von Unternehmen verändert werden kann und wie sich Berufseinstieg und Karrieren von Ingenieurinnen mit bestehenden und neuen Instrumenten verbessern lassen. Darüber hinaus wird ein Dialog mit Wissenschaft und Wirtschaft zum Thema lanciert. Methodisch werden u.a. Fallstudien in acht Unternehmen und zwei Forschungsanstalten des ETH-Bereichs sowie eine repräsentative Befragung von IngenieurInnen durchgeführt.
Zielgruppen, erwartete Resultate und Bedeutung
Die Studie richtet sich an Entscheidungsträger der Privatwirtschaft, angehende und berufstätige Ingenieurinnen und Ingenieure, Hochschulen, Berufs-, Interessen- und Wirtschaftsverbände und WissenschaftlerInnen. Sie erarbeitet Handlungswissen und Empfehlungen für die Gleichstellung von Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Privatwirtschaft und stellt Wissen bereit, um bestehende Strategien der Gleichstellungspolitik zu ergänzen bzw. zu modifizieren. Die Analyse und Behebung von Arbeitsmarkthemmnissen erscheint wichtig, da diese Signalwirkung für junge Frauen in der Studien- und Berufswahlphase haben und gut ausgebildete Frauen in ihrem Beruf gehalten werden sollten.
Der ETH-Rat und die Förderagentur für Innovation des Bundes (KTI) unterstützen das Projekt mit einem finanziellen Zusatzbeitrag.
Die folgenden Organisationen und Institutionen stehen dem Projekt beratend und unterstützend zur Seite: SVIN Schweizerische Vereinigung der Ingenieurinnen, IngCH Engineers Shape our Future, Swissengineering, ETH Equal - Stelle für Chancengleichheit von Frau und Mann an der ETH Zürich.
Das Projekt ist eines von 21 Projekten des Nationalen Forschungsprogramms 60 "Gleichstellung der Geschlechter" (NFP 60). Es startet anfangs August 2010 und hat eine rund dreijährige Laufzeit.
Kontakt / Projektleitung: Anja Umbach-Daniel
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